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Adoptiv- oder Pflegeväter sind ebenso anspruchsberechtigt wie gleichgeschlechtliche Partner (Adoptiv- oder Pflegeeltern). Eine schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber ist erforderlich; es besteht kein Rechtsanspruch auf die Familienbonuszeit. Die letzten Änderungen des Arbeitszeitgesetzes (AZG) haben die Möglichkeiten für flexible Arbeitszeitregelungen erweitert und deren Umsetzung tarifvertraglich vorbehalten. Inzwischen gibt es in den meisten Branchentarifverträgen in Österreich Bestimmungen über flexible Arbeitszeitregelungen. Dies bezieht sich insbesondere auf Bandbreitenmodelle und Gleitzeit. Bandbreitenmodelle ermöglichen es Unternehmen, die normale Arbeitszeit innerhalb eines bestimmten Schwankungskreises zu überschreiten, z. B. bis zu 44 Stunden pro Woche, um die normale Arbeitszeit innerhalb eines bestimmten Bezugszeitraums zu erreichen. Darüber hinaus können aufgrund von Ausnahmeregelungen in Tarifverträgen konkrete flexible Arbeitszeitregelungen (wie Bandbreitenmodelle und Gleitzeit) auf Betriebsebene von Betriebsrat und Geschäftsführung in einem Betriebsvertrag vereinbart werden. In Bezug auf Arbeitsbeziehungen und Arbeitsbedingungen sind das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und insbesondere das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz (BMASGK) die beiden wichtigsten Behörden.

Das letztgenannte Ministerium ist unter anderem für die Beschäftigungspolitik und die Aufsicht der Öffentlichen Arbeitsverwaltung (AMS) und damit auch für die Arbeitslosenversicherung zuständig; für arbeitsrechtliche und allgemeine Sozialpolitik; organisation der Arbeitsinspektoren (Arbeitsinspektorat); und für die Behindertenpolitik, die Betreuungsversorgung und die Sozialleistungen. Das Bundesschiedsgericht ( BEA), ein gemeinsames Gremium, das innerhalb der Struktur des BMASGK angesiedelt ist, spielt eine entscheidende Rolle im österreichischen System der Arbeitsbeziehungen, da es mit dem Recht ausgestattet ist, freiwillige Kollektivinteressenorganisationen als Tarifparteien anzuerkennen (oder diese Anerkennung zu widerrufen). Dieses Gremium erleichtert somit den sozialen Dialog. Das Tätigkeitsspektrum des BMDW umfasst unter anderem die Wirtschaftspolitik und einen Teil der Beschäftigungspolitik. Das AMS, eine öffentlich-rechtliche Dienstleistungsagentur mit eigener Rechtspersönlichkeit, ist mit der Verantwortung für die Arbeitsvermittlung und die Beratung von Arbeitsuchenden und Arbeitgebern in Bezug auf Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt betraut. Das Arbeitsinspektorat ist Teil des BMASGK und überwacht die Beschäftigungsbedingungen, einschließlich Desgesundheits und Sicherheit am Arbeitsplatz. Das AMS, die BEA und das Arbeitsinspektorat fallen alle in die Zuständigkeit der BMASGK und können ebenfalls als Behörden von Bedeutung für das österreichische System der Arbeitsbeziehungen angesehen werden. Bei einzelstaatlichen Arbeitsstreitigkeiten sind Arbeits- und Sozialgerichte (in drei Instanzen) für alle arbeitsrechtlichen Streitigkeiten und alle sozialversicherungsrechtlichen Leistungsansprüche zuständig, während Streitigkeiten im Sozialversicherungsverhältnis unter der Schirmherrschaft des BMASGK an die Verwaltungsbehörden verwiesen werden.

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